Um eine breite Basis meiner Kunst zu erlangen, geht mein Interesse immer in mehrere Richtungen. Die Erfahrung auf einem Gebiet führt mich auf einem anderen weiter. Durch die Arbeit mit mannigfaltigen Materialien wie Papier, Beton, Glas, Plexiglas und Metall, mit denen ich schon während meines Studiums in Nizza (Art Mural) vertraut geworden war, wuchsen meine praktischen Fähigkeiten. Nach langjähriger Malerei war der Blick für  Farbe, Kontrast und Komposition geschärft. Die Fläche, die mich einengt, wird allmählich ersetzt durch Volumen. Mein multikultureller Hintergrund gibt mir die Möglichkeit, verschiedene Methoden des Denkens und Sehens zu vereinen. Mit der Zeit wird das Figurative vom Abstrakten, das Vielfarbige von einfachen Farben, das Zweidimensional vom Dreidimensionalen abgelöst. 

Ein Auslöser war die Entdeckung eines "wertvollen" Materials. Papier, das fein, leicht und  biegsam, aber auch  voluminös, schwer und hart sein kann, erweist sich als Zauberstoff. "Spielen" und  experimentieren mit Papier enthüllt sein Geheimnis und seine Poesie. Es beflügelt meine Phantasie, ermöglicht mir mich tiefer, aber spontan auszudrücken. Nachdenken, Gefühl, Intuition und Geschick verschmelzen in einem langen Entstehungsprozess von Papierskulpturen, erfüllt mit Leben und Seele. Alle Arten von Papier faszinieren mich, aber meistens verwende ich benutztes Gebrauchspapier. Eigenschaft und Struktur des Materials bestimmen das Bild der Objekte, doch richtig zum Leben  erweckt werden sie durch das Licht, das Stimmung und Charakter der Arbeiten stark beeinflusst.

 

Papier wird nach und nach mit weiteren Abfällen ergänzt. Hinzu kommen Erfahrungen und Experimente mit anderen Materialien: Leinen, Fasern, Injektionsflaschen, Buntstiften und Objektträgern. Neue Aspekte zeigen sich und erweitern meine "Sprache". 

 

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